Lübeck

Ein persönlicher Rundgang ( Teil 1 )

Fünf Stunden liegen zwischen dem ersten und dem letzten Bild, das ich am 24.08.99 auf meinem Spaziergang durch Lübeck machte. Lübeck, meine Geburtsstadt und für vier Jahre mein zuhause. Wie jeder Tourist begann ich am Rathausplatz und Lübecker Rathaus Innengewölbe von St.Marien
In St.Marien In St.Marien ging zur Marienkirche, wo ich eine ganze Zeit verweilte. Die Orgel spielte, der Pastor hielt eine Kurzandacht - "Wo ist Gott zu finden ?" - nicht ganz neu; ich sah die zertrümmerten Glocken, das Kreuz, das an Coventry erinnert. Nach über vier Jahren in England
Die Maus frisst am Rosenstrock verschiebt sich die Sichtweise. Natürlich musste die kleine Maus berührt werden und die Steinmetzarbeiten bewundert werden. Eine Kerze für Tante Anneliese angezündet, noch ein Blick in diese für mich schönste aller Kirchen ( eine Woche zuvor durfte ich mich in einer Viererreihe durch den Markusdom von Venedig schubsen lassen ) und In St.Marien
wieder ins Jetzt nach draußen. Ein Blick noch auf die gewaltigen Türme und ab ins Kaufmannsviertel mit den prächtigsten Lübecker Häusern. In der Mengstrasse 36 wohnte ich 1979-1980, wo auf den Resten des alten Schabbelhauses in den Sechziger Jahren ein einfallsloses Mietshaus erbaut wurde. Der Blick aus meinem Fenster auf die Türme von St. Marien war eindrucksvoll und das Haus sieht man ja nicht... Türme von St.Marien Stützbögen
Weiter durch die Straßen am Hafen entlang, die mir so vertraut sind. Ich sehe alle Bilder wieder, die ich schon oft abgelichtet habe. Nun darf meine Digiknipse nochmal ran.
Die Erinnerungen schweifen zurück zu den Jahren, die ich hier verlebte, wenn ich an einem Winterabend durch den frisch gefallenen Schnee zu einer gemütlichen Kneipe stapfte oder durch die Gänge um eine Fussgängerrallye durch die Altstadt vorbereitete. Das Wort Altstadt mochte ich nie, es erinnert an etwas Künstliches, zur Schau gestelltes. Die Lübecker Innenstadt war und ist noch heute etwas Lebendiges, sich Entwickelndes.
Brigitte mit Sebastian 1981 Und dann stehe ich wieder vor der Großen Altefähre 13, meinem ersten Zuhause in Lübeck, wo ich 1978-1979 auf vier Etagen - pro Etage ein Zimmer, siehe Foto rechts - mit Andreas, Regine und Christine wohnte, ich hatte das Zimmer unterhalb der Traufe mit drei Fenstern nach vorne und einem in der Fassade des weissen Nachbarhauses. In der Zeit hier lernte ich Brigitte kennen, daher sind die Erinnereungen besonders stark...
Grosse Altefähre 13
Bei der Restaurierung Das Nachbarhaus mit der weissen Fassade wird gerade restauriert, eine mühsame und sicher spannende Arbeit, die wir auch mal kurz erwogen haben.

Eines der ersten Häuser, das so richtig schön restauriert wurde, ist natürlich das der Schiffergesellschaft, wo sich mein Weg wieder kurz mit dem der zahllosen Touristen kreuzte.
Das Haus der Schiffergesellschaft
Tünkenhagen 9 ( links neben dem Backsteinhaus mit Treppengiebel ) wäre fast unsere Adresse geworden: 1980 hat die Trave Baugesellschaft die Ruine für DM 34.000,-- zum Kauf angeboten. Die Restaurierungskosten wurden optimistisch auf DM 200.000,-- geschätzt, 'wenn nicht beim Entkernen das Nachbarhaus auf Eures stürzt' wie ein zu Rate gezogener Studienfreund und Architekt beim Besichtigen anmerkte. Das Nachbarhaus übrigens, das nun schön restaurierte mit dem Treppengiebel, war mal eine Kneipe, die 'blaue Maus', Vorlage für Heinrich Manns 'Der Blaue Engel'. Tünkenhagen 9

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